Grabungsarbeiten in der größten Keltensiedlung Österreichs
Bisher wurden rund 600 Münzen gefunden

 

Zellerndorf/Sitzendorf - Am "Sandberg" in der Region Schmidatal-Pulkautal haben archäologische Tätigkeiten große Tradition. Bereits vor rund 100 Jahren wurde man bei Grabungen in der wahrscheinlich größten keltischen Freilandsiedlung Mitteleuropas fündig. Doch erst in den vergangenen Jahren erfolgte die genaue Katalogisierung von keltischem Schmuck, Alltagsgegenständen und Gebäuden. Seit 2001 wird nun systematisch vorgegangen.

Die Zusammenarbeit zweier Gemeinden mit dem "Forum Platt" sowie Kunst- und Naturhistorischem Museum Wien machten vergangenes Jahr erstmals gezielte Grabungen möglich. Seit rund vier Wochen stecken nun 15 Studenten und Projektleiterin Veronika Holzer abermals ihre Forschernasen tief in die kulturhistorische Geschichte Österreichs. Neben zahlreichen Siedlungsgruben und Schwellbalkenbauten wurden von der interdisziplinären Forschungsgruppe Archeo Prospections mittels magnetischer Prospektion 449 Grubenhäuser gefunden.

Das 22 Hektar große Areal war einst keltischer Fürstensitz, besaß also auch das Recht zur Münzprägung. Nicht verwunderlich, dass bisher rund 600 Münzen gefunden wurden. Den Archäologen kommt hier zusätzlich zugute, dass die Siedlung seit jeher in unverbautem Gebiet liegt und daher die Erhaltung der Keltenstadt laut Aussagen der Experten "einmalig gut" ist.

APA – 05. August 2002