Die Frauen der Kelten

 

Von den Griechen und Römern wurden die keltischen Frauen wegen ihrer Schönheit, ihrer Fruchtbarkeit und Ihrer Tapferkeit gepriesen. Selbst antike Historiker maßen den keltischen Frauen, wenn auch eher beiläufig, eine besondere Bedeutung zu. Sämtliche nichtkeltische Quellen stammen aus rein patriarchischen Gesellschaften, die Frauen einer gewissen Bedeutungslosigkeit zugeordnet haben. Anders aber die Kelten. In ihrer Gesellschaft spiegeln sich uralte matriarchalische Formen wieder, wenn auch die Kelten ein strenges Patriarchat führten. Es war allerdings bei weiten nicht so extrem, wie bei anderen antiken Völkern, z.B. den Römern und Griechen. Einerseits gab es zwar noch den Witwenmord am Gattengrab - was aus dem Neolithikum übernommen wurde und je nach Stammesgruppe in den Abschnitt vor die Hallstattzeit zurückgeht - doch genoss die Frau alle Rechte, die ihrer sozialen Herkunft und ihrem Vermögen entsprachen und hatte fast die gleichen Freiheiten wie ein gleichgestellter Mann. Die hoch gewachsenen, starken und mutigen Frauen waren auch oft auf den Schlachtfeldern anzutreffen. Somit hatten keltische Frauen gegenüber ihren griechischen und römischen Geschlechtsgenossinnen wesentlich mehr Freiheit und Einfluss gehabt. Keine Frau wurde gegen ihren Willen verheiratet, sondern hatte das Recht sich ihren Mann selbst zu erwählen. Ebenso konnte sie sich jederzeit wieder von ihm trennen. Sie hatte die Möglichkeit der Scheidung, und erhielt trotzdem ihre Mitgift zurück. In besonderen Fällen hatte sie Anspruch auf ein Schuldgeld. Für Frauen waren diese Gründe: Wenn ihre Männer ihnen nicht die Nahrungsmittel zur Verfügung stellten, die sie essen wollten, wenn sie von ihnen nicht sexuell befriedigt wurden. Selbst in Zeiten des Krieges konnten sie die Scheidung verlangen. Die Ehegesetze waren sehr partnerschaftlich. Bei der Hochzeit waren beide Ehepartner verpflichtet, gleichermaßen Vermögen in die Ehe einzubringen. Dies galt vor allem für die Hochkultur der Hallstattzeit, aber auch für die nachchristlichen Jahrhunderte, wie die Eisenzeit Irlands und die keltische Renaissance. Aus dieser Zeit sind auch keine Spuren von Witwenverbrennungen mehr nachzuweisen. Im Fall des Todes erbte die Ehefrau den gemeinsamen Besitz. Aus vielen Überlieferungen wird die Stellung der Frau bei den Kelten deutlich. Frauen konnten eine hohe politische Position einnehmen. Bestes Beispiel ist die britannische Königin und Freiheitskämpferin Boudicca. Söhne wurden oft nach ihrer Mutter benannt. Teilweise wurde bei der Erziehung nach Geschlecht unterschieden. Mädchen galten nach keltischer Auffassung als schwieriger zu erziehen, wie Knaben. Trotzdem ließ man den Mädchen aber auch eine gute Erziehung angedeihen. In der keltischen Mythologie spielt die Frau eine ebenso große Rolle. Sei es die Muttergöttin "Rigani", die Herrin des Himmels und der Erde oder "St. Brigid", die christianisierte "Brigit", die bis heute Nationalheilige Irlands ist. Keltische Frauen achteten auch sehr auf ihr Äußeres. Das Haar wurde lang getragen. Manchmal mit Haarnadeln, die auf komplexe Haartrachten schließen lassen. Ein gängiges Kleidungsstück war das so genannte „PEPLOS“. Es bestand aus zwei an der Seite gegürteten Stoffrechtecken, die meist mit zwei Fibeln an den Schultern befestigt und manchmal mit Zierketten verknüpft waren. Aufgrund von diversen Funden, wurde auch bekannt, das sich keltische Frauen gerne mit Armreifen und Ketten schmückten. Zusammenfassend ist zu sagen, das die keltische Frau eine wichtige Rolle inne hatte, und ihr mehr als anderen Geschlechtsgenossinnen diese Stellung auch gewährt wurde. Dies ist leicht zu verstehen, wenn man hört, was Ammianus Marcellinus zu sagen hatte: „Wenn ein Gallier Streit anfängt und seine Frau ihm zu Hilfe kommt, die bedeutend stärker als er und grauäugig ist, wird es keine Schar von Fremden mit ihm aufnehmen, besonders dann, wenn sie Zähneknirschens die schneeweißen Arme schwingt und anfängt, Faustschläge abwechselnd mit Fußtritten auszuteilen“ (Vielen Dank an "Manuela Wallner" für die Zusammenfassung der keltischen Frau.)